Die Entstehungsgeschichte des Kindergartens

Die Frage einer berufstätigen Mutter auf einem Elternabend der Waldorfschule im Jahre 1984 nach einem Waldorfkindergarten, war der erste Anstoß, ernsthaft über eine Gründung eines solchen nach- zudenken. Die Idee fand Zuspruch und einige Eltern fanden sich zu einer „Elterninitiative“ zusammen.

 

Fünf Jahre dauerten dann die Vorbereitungen (bekannt machen mit der Waldorfpädagogik, Planung, Finanzierung, Herstellung der Räume, Suche einer Waldorfkindergärtnerin) bis der Kindergarten „geboren“ wurde und seine „Wiege“ in einigen Räumen der Freien Waldorfschule, mit viel Mühe und Liebe hergerichtet, bereit war, so dass eine Gruppe von 20 Kindern mit Ihrer Erzieherin im September 1989 einziehen konnte.

Doch das Ziel der „Freien Kindergarteninitiative“, so der offizielle Name des inzwischen gegründeten Vereins, war ein eigenes Haus. Ein Grundstück der Freien Waldorfschule stand zur Verfügung. Dort sollte ein pavillion-artiger Bau mit 300 qm Grundfläche entstehen.

 

Der Grundstein dazu wurde am 15.02.1991 gelegt. In Dem Architekten Herrn Luther-Mosebach hatten die Eltern und die pädagogischen Mitarbeiter einen Partner gefunden, der künstlerische Aspekte und Ästhetik in dem Bau verwirklichte, eine enge Zusammenarbeit mit dem Baukreis der „Initiative“ pflegt und den enormen Einsatz von Eigenarbeiten der Eltern bei diesem Bau anzuleiten und zu koordinieren in der Lage war.

 

Entstanden war dann ein zweigruppiger Kindergarten, einer der schönsten überhaupt in der Bundesrepublik. Er gewann einen der drei zweiten Plätze im Bundeswettbewerb „Tageseinrichtungen für Kinder 1994“ unter 565 Bewerbern. Frau Dr. Angela Merkel, damals Bundesministerin für Familie und Jugend, ließ in Bonn den entsprechenden Preis – eine Urkunde und eine finanzielle Anerkennung – an den Architekten Herrn Luther- Mosebach und den 1. Vorsitzenden Herrn Gerd Jäger überreichen.
Kindergartenleben zog in das Haus und gestaltete sich entsprechend den Erkenntnissen und Grundlagen der Pädagogik Rudolf Steiners, die den kleinen Kindern eine heilsame Hülle und umsorgten Lebensraum schaffen möchte und in dem Platz ist für natürliche Neugier und wache Sinnesentfaltung, in dem der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, wo sich Steinchen in Züge verwandeln und ein Stück von einer Baumrinde zum Dampfer „mutiert“.

Zwei Jahre später wurde es dann möglich, auch die zweite Gruppe mit etwa 20 Kindern zu eröffnen.

 

Reaktionen auf Veränderungen und Entwicklungen in der Nachfrage nach Plätzen, schufen dann auch neue Varianten und Möglichkeiten. So wurde für 3 Jahre eine kleine 3. Gruppe von 10 Kindern eröffnet und eine schon vorhandene mit einer Heilpädagogin 1997 in eine integrative umgewandelt. Auch in Zukunft wird der Kindergarten auf veränderte gesellschaftliche Entwicklungen reagieren und die Wünsche von Eltern berücksichtigen.

2007 wurde nach Elternnachfrage eine Krippe gegründet, die auch ein eigenes Haus bekam und für ca. 13 Kinder von 1 - 3 Jahren eine Hülle bildet. Viele Diskussionen wurden im Vorfeld geführt, ob ein solches pädagogisches Konzept in den Waldorfkontext passt. Nach wie vor ist die Nachfrage groß und mittlerweile wird auch schon ein integratives Kind dort betreut.

Auch eine Waldgruppe, die in einem wunderschönen Bauwagen in der Nähe der Cordinger Mühle ihren Platz hatte, wurde mit großem Engagement geführt und von den Eltern gut angenommen. Nach einer gewissen Probezeit konnte der Betrieb der Waldgruppe leider nicht mehr aufrecht erhalten werden.